Schweizer Stellenmarkt: Flächendeckender Aufschwung seit einem Jahr

 

Managementberufe so hoch wie noch nie*

 

Zürich, 5. Juli 2018 – Schweizer Unternehmen schreiben im zweiten Quartal des Jahres 2018 sechs Prozent mehr Stellen aus als noch ein Jahr zuvor. Dies zeigt die wissenschaftlich fundierte Erhebung des Adecco Group Swiss Job Market Index des Stellenmarkt-Monitors der Universität Zürich. Vor allem in den Berufsgruppen der Informatik und in den Berufen des Managements und der Organisation werden mehr Stellen ausgeschrieben. Stark ausgeprägt ist der Anstieg in der Genferseeregion, wobei das Wachstum von allen Grossregionen mitgetragen wird.

Der Adecco Group Swiss Job Market Index liegt im zweiten Quartal 2018 um 6 Prozent höher als noch im Sommer des letzten Jahres. Im Vergleich zum letzten Quartal steigt der Index um 2 Prozent. Um saisonale Effekte bereinigt steigt er gegenüber dem Vorquartal gar um 6 Prozent. Der schon seit über einem Jahr zu beobachtende Anstieg überrascht vor dem Hintergrund der positiven konjunkturellen Entwicklung der Schweiz nicht. Nicole Burth, CEO der Adecco Group Schweiz, fügt an: «Die aktuell sehr positive Wirtschaftslage spiegelt sich auch im Rekrutierungsverhalten der Unternehmen. Sie suchen momentan intensiv nach neuem Personal. Bewahrheiten sich zudem die positiven Konjunkturprognosen, ist auch weiterhin mit einem Anstieg der Vakanzen zu rechnen.»

*Seit Beginn der vergleichbaren Messung im 1. Quartal 2012

 

Weiterhin steigende Personalnachfrage in der Informatik und im Management 

Wie schon im letzten Quartal steigt im Vergleich zum Vorjahresquartal die Anzahl ausgeschriebener Stellen vor allem in den Berufen der Informatik (+24%; bspw. Applikationsentwickler/-in) und in den Berufen von Management und Organisation (+23%; bspw. Projektleitende, Filialleitende, Geschäftsführende, Personalfachleute). «Prozessoptimierung und -automatisierung werden für Unternehmen immer wichtiger, um im nationalen und internationalen Wettbewerb mithalten zu können. Sie suchen darum intensiver nach geeignetem Personal, um diese mitunter komplexen Optimierungen voranzutreiben. Personal, das in den Bereichen Informatik sowie Management und Organisation ausgebildet ist, ist deshalb sehr gefragt», so Nicole Burth.

Auch in den Berufsgruppen von Industrie und Transport lässt sich im Jahresvergleich ein wesentlicher Anstieg feststellen (+13%). Dieser Anstieg ist vor allem auf eine verstärkte Nachfrage nach industriellen Fachkräften mit technischer Ausrichtung, sowie insbesondere nach Fachkräften in den Bereichen Metall-, Maschinen- und Elektroindustrie zurückzuführen. «Die Personalnachfrage steigt in dieser typischerweise in exportorientierten Branchen tätigen Berufsgruppe seit über zwei Jahren an. Nichtsdestotrotz ist das Niveau von vor dem Frankenschock 2014 noch nicht erreicht», ergänzt Burth.

Aufschwung in der Genferseeregion ungebrochen 

Bereits das dritte Quartal in Folge ist der Zuwachs an Stellenanzeigen in der Genferseeregion verglichen mit den anderen Grossregionen am grössten. Aktuell steigt hier die Nachfrage gegenüber dem Vorquartal nochmals um 7 Prozent an. Im Vergleich zum gleichen Quartal des Vorjahres sind die Stelleninserate in der Genferseeregion gar um 20 Prozent gestiegen. Aber auch in den anderen Regionen ist im Vergleich zum zweiten Quartal des Vorjahres eine Zunahme der Zahl an Stellenanzeigen zu beobachten. So sind auch die Stellenausschreibungen vor allem im Grossraum Zürich (+6%) aber auch in der Ostschweiz (+3%), im Espace Mittelland (+4%), in der Nordwestschweiz (+5%) sowie in der Zentralschweiz (+5%) angestiegen.

In der Genferseeregion ist im Vergleich zum entsprechenden Quartal im Vorjahr vor allem die Nachfrage im Bereich Industrie und Bau gestiegen (+48%). Dabei ist insbesondere die Zahl der Stellen in Industrieberufen (bspw. in der Metall- und Maschinenbauindustrie) stark gewachsen. Auch die anderen Berufsgruppen sind in der Genferseeregion überdurchschnittlich stark gestiegen. Die Personalnachfrage ist sowohl in den Berufen der Technik und Informatik (+34%), als auch in den Berufen der persönlichen und sozialen Dienstleistungen (+23%) und in den Berufen der Unternehmensdienstleistungen (+11%) angestiegen. «Diese überaus positive Entwicklung der Stelleninserate in der Genferseeregion beobachten wir nun schon seit Beginn 2016. Durch die internationale Ausrichtung profitiert die Region überdurchschnittlich von der verbesserten Auslandskonjunktur. Darüber hinaus ist die Genferseeregion mit der ETH Lausanne als Bildungsstandort attraktiv und in zukunftsweisenden Bereichen, wie der Informations- und Kommunikationstechnologie und der Life-Science, gut aufgestellt, was die Schaffung neuer Stellen begünstigt», ergänzt Jan Müller vom Stellenmarkt-Monitor der Universität Zürich.

 
 

In der Deutschschweiz kann der Grossraum Zürich am meisten zulegen (+6%). Dieses Wachstum ist besonders bedeutsam für den Gesamtschweizer Arbeitsmarkt, da aktuell fast ein Drittel aller Stelleninserate im Grossraum Zürich ausgeschrieben sind. Der Anstieg wird von einer erhöhten, in verschiedenen Berufsgruppen breit abgestützten Personalnachfrage getragen. So konnten sowohl die Berufsgruppen der Industrie und des Baus, sowie auch die Berufe der Unternehmensdienstleistungen, der persönlichen und sozialen Dienstleistungen und der Technik und Informatik zulegen.

Bedeutung der Presse als Ausschreibungskanal stark gesunken 

Heute ist die Presse für die Ausschreibung von offenen Stellen gemäss unseren Unternehmensbefragungen kaum mehr von Bedeutung. Folglich fliesst die Anzahl der Stelleninserate in der Presse seit dem 2. Quartal 2018 nicht mehr in die Berechnungen des Job-Index ein.

GRAFIKEN

Entwicklung Stellenangebot

nach Berufen

Entwicklung Stellenangebot

nach Grossregionen

 

Entwicklung Stellenangebote

nach Berufen

Gesamtindex und Teilindices

 

Hinweis zur Datenerhebung: Optimierung 

Aufgrund von Revisionen im Adecco Group Job Market Index weichen einige der in dieser Medienmitteilung aufgeführten Zahlen leicht von früher publizierten Zahlen ab. Die Revisionen dienen dazu, den Index dem sich stetig wandelnden Stellenmarkt anzupassen. Sie betreffen vor allem die regionale Zuordnung von Inseraten, die Zuordnung von einzelnen Berufsbezeichnungen zu den Berufsgruppen und die Mehrfachinserierung von Stellenanzeigen. Die Revisionen sollen den Index optimieren. Die früher publizierten Zahlen verlieren deswegen aber keineswegs ihre Gültigkeit.”