GENFERSEE REGION

Genferseeregion: 13% weniger Stellenausschreibungen im 4. Quartal des Corona-Jahres als im Vorjahr

Zunahme einzig in den persönlichen und sozialen Dienstleistungen

Zürich, 18. Januar 2021 – Unternehmen der Genferseeregion schreiben im vierten Quartal 2020 13% weniger Stellen aus als im Vorjahr, dies als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie. Dies zeigt die wissenschaftlich fundierte Erhebung des Adecco Group Swiss Job Market Index des Stellenmarkt-Monitors Schweiz der Universität Zürich. Die Berufe der persönlichen und sozialen Dienstleistungen konnten um 11% zulegen, jene der Unternehmensdienstleistungen hingegen nahmen um 27% ab.


Genferseeregion: Deutlicher Rückgang in den Berufen der Unternehmensdienstleistungen

Die Zahl der Stellenausschreibungen in der Genferseeregion nahm im 4. Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 13% ab. Anfang des Jahres 2020 bis kurz vor der Einführung der Pandemieschutzmassnahmen stieg der regionale Job Index noch an. In Folge der Corona-Krise sank er allerdings vom 1. auf das 2. Quartal um ungefähr einen Viertel (27%). Nach einer leichten Erholung im dritten Quartal 2020 stabilisiert sich der Job Index auf Ende 2020 mit einer leichten Abnahme von 6% im Vergleich zum Vorquartal. 

«Mehrere Kantone der Region verhängten zwischenzeitlich verschiedene Einschränkungen bis hin zum Teil-Lockdown, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu vermeiden. Dies dürfte mitunter zu einer Reduktion der Personalnachfrage in Handel und Verkauf, in Kultur- und Unterhaltung sowie in Gastronomie und Hotellerie geführt haben», erläutert Anna von Ow vom Stellenmarkt-Monitor Schweiz. So zeigt sich denn auch, dass im 4. Quartal 2020 insbesondere Berufe der Unternehmensdienstleistungen vom Inseraterückgang betroffen waren (-27% im Vorjahresvergleich). Nach einer zwischenzeitlichen Erholung im letzten Quartal, sind die Stellenanzeigen in diesen Berufen nun im Vergleich zum Vorquartal wieder zurückgegangen (-10%). 

Einzig die Berufe der persönlichen und sozialen Dienstleistungen legten zu, und zwar um 11% im Vergleich zum Vorjahr und um 6% im Vergleich zum Vorquartal. Damit konnte sich diese Berufsgruppe in der Genferseeregion im Vergleich zu den anderen Regionen besonders stark erholen und der Indexwert erreichte nahezu wieder das Niveau von kurz vor dem Lockdown im März 2020 (-3%). Dies geht vor allem auf die positive Entwicklung in den Berufen der Gesundheit zurück, während andere Berufe wie beispielsweise Küchen- oder Empfangspersonal weniger nachgefragt wurden als noch kurz vor Einführung der Pandemieschutzmassnahmen im ersten Quartal 2020.

Im Vergleich zum Vorjahr nahmen die Berufe der Technik und Informatik um 24% ab und befinden sich damit seit dem Lockdown im Frühling 2020 auf Talfahrt. Allerdings scheint sich der Rückgang aktuell im Vergleich zum Vorquartal mit minus 6% etwas abzuschwächen. «Viele Unternehmen konnten mutmasslich unter Rückgriff auf den bestehenden, unternehmensinternen Pool an Fachkräften die Digitalisierung in ihren Unternehmen vorantreiben. Zudem wurde die Wirtschaft durch die zweite Infektionswelle weiter geschwächt und gerade Unternehmen in konjunktursensitiven und exportorientierten Branchen waren mit grossen Unsicherheiten konfrontiert. Die bereits geleisteten Investitionen sowie stärkere Budgetrestriktionen dürften sich insbesondere fürs Hochlohnsegment negativ auf die unternehmensexterne Personalsuche ausgewirkt haben und infolge zu einer Verringerung der Stellenausschreibungen geführt haben», interpretiert Anna von Ow vom Stellenmarkt-Monitor Schweiz. Der Rückgang der Berufe von Industrie und Bau lag bei -19% im Vergleich zum Vorjahr und bei -14% im Vergleich zum Vorquartal.